Zurück
Heiliger Christopherus, bärtiger Mann in blauem Gewand, nach vorne gebeugt, Tafelgemälde-Ausschnitt

Alte Meister
Höhepunkte

Meister von Meßkirch, Falkensteiner Altar (Linker Standflügel), Der heilige Christophorus, Sammlung Würth, Inv. 15605/1, Foto: Volker Naumann, Schönaich

Hans Holbein d. J.
Madonna des Bürgermeisters
Jacob Meyer zum Hasen,
1525/26 und 1528

holbein madonna photo volker naumann 14910 1

Hans Holbein d. J., Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen, 1525/26 und 1528, Sammlung Würth, Inv. 14910 Foto: Philipp Schönborn

Vor rund 500 Jahren schuf Hans Holbein d. J. (*1497/98 in Augsburg; † 1543 in London) in Basel die »Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen«. Ihren Weltruhm verdankt die Tafel, die mit der Sixtinischen Madonna von Raffael verglichen wird, ihrer komplexen Entstehungsgeschichte, der genialen Bilderfindung Holbeins sowie ihrem höchst ungewöhnlichen späteren Schicksal.

Mit einem halbkreisförmigen Bogen nach oben hin abgeschlossen, inszeniert die Tafel die bekrönte Gottesmutter mit dem Kind im Arm nicht nur als Himmelskönigin, sondern auch als sogenannte »Schutzmantelmadonna«. Ihr weit geöffneter Umhang beschirmt die zu ihren Füßen knienden Figuren.

Der Erwerb des Gemäldes durch den Unternehmer und Sammler Reinhold Würth schließt den Bestand der Alten Meister auf qualitätvollste Weise an die Neuzeit an. Zählt die sog. »Schutzmantelmadonna« doch zu den bedeutendsten und schönsten Altmeistergemälden weltweit und ihr Schöpfer Hans Holbein d. J. zu den herausragenden Künstlern des 16. Jahrhunderts.

Sehen Sie sich Details an

  • Bildunterschrift Platzhalter hier können zwei Zeile Text stehen mit Fotocredit
    Bildunterschrift Platzhalter hier können zwei Zeile Text stehen mit Fotocredit

Hubert Gerhard
Madonna mit Kind, 1600/02

gerhard madonna mit kind 1

Hubert Gerhard, Madonna mit Kind, 1600/1602, Sammlung Würth, Inv. 20911

Hubert Gerhard (* um 1540/50 in ’s-Hertogenbosch; † um 1620 in München) der niederländische Schöpfer frühbarocker Bronzen, gilt als einer der wichtigsten Vermittler italienischer Formensprache nördlich der Alpen. Seine Schulung an florentinischen Vorbildern, insbesondere in der Werkstatt Giovanni Bolognas, zeigt sich in der Eleganz seiner manieristisch gelängten Figuren. Gerhards geistreiche Interpretationen setzten neue Maßstäbe für die Plastik in Süddeutschland. Er war für die Fugger in Augsburg, als Hofbildhauer in München sowie in Innsbruck tätig und dabei so gefragt, dass selbst Kaiser Rudolf II sich vergeblich bemühte, den herausragenden Bildhauer an seinen Prager Hof zu binden.

Mit Einzug der Madonna auf der Mondsichel in die Schwäbisch Haller Johanniterkirche kehrt eine der bedeutendsten Mariendarstellungen der Bronzeplastik ganz nah an ihren Ursprungsort zurück. Denn das »gros Marien bildt mit dem Kind auff dem arm und dem Zepter in der Hand«“ wurde einst für die Schlosskapelle der Residenz des Bruders Kaiser Rudolfs II, den Erzherzog Maximilian III von Österreich in Bad Mergentheim geschaffen, wo dieser als Hoch- und Deutschmeister dem Deutschen Orden vorstand.

Mit beiden Füßen steht Maria auf einer Mondsichel, was sie auch ohne Krone als Herrscherin über alle Gestirne ausweist. Während das, wie seine Mutter, üppig gelockte Jesuskind den Erdball in der linken Hand hält und seine Rechte mit zwei ausgestreckten Fingern zum Segensgruß erhebt, wird die Mondsichel als Sinnbild des Wankelmütigen und Bösen von Maria niedergehalten.

Meister von Meßkirch
Falkensteiner Altarretabel, 1530

falkenstein modell 2 1

Hier ist Platz für eine Bildunterschrift Blindtext, sie kann zweizeilig sein und den Fotocredit enthalten

„Ein gemalte kunstreiche altartafel, Sanct Annae bildnus, die nebenfligel mit vil underschiedlichen patronen geziert“

Zitiert aus den Inventaren der Auftraggeber, der Freiherren und späteren Grafen von Zimmern.

Das »Falkensteiner Altarretabel« entstand nach 1530 für die Burg Falkenstein der Freiherren von Zimmern. Es war mittels Scharnieren mit wandelbaren Schauseiten konzipiert. Deshalb waren an die breitgelagerte Mitteltafel links und rechts jeweils zwei Flügel angefügt. Die beiden äußeren Tafeln waren fest mit dem Mittelteil verbunden und etwas breiter als die inneren beidseitig bemalten drehbaren Flügel. An Feiertagen, wenn die »Drehflügel« aufgeschlagen waren, verdeckten sie die starren Außenflügel und gaben die Sicht auf die Mitteltafel frei. Waren sie geschlossen verdeckten sie diese.

Im 19. Jahrhundert in seine Einzelteile zerlegt und in Vorder- und Rückseiten gespalten, haben sich die bedeutendsten Teile des Retabels doch in sieben Tafeln erhalten. Wir danken der Staatsgalerie Stuttgart herzlich für die großzügige Dauerleihgabe der beiden seit 1929 der Staatsgalerie gehörenden Tafeln des linken Drehflügels.

Einzelabbildungen der Tafeln


Erbschenkenpokal

erbschenkenpokal 1

Hier ist Platz für eine Bildunterschrift Blindtext, sie kann zweizeilig sein und den Fotocredit enthalten

Seine Größe, kunstvolle Gestaltung und historische Bedeutung machen den Erbschenkenpokal zu einem herausragend Kunstwerk. 1562 wurde er von Christoph III zu Limpurg-Gaildorf, Erbschenk des Römischen Reiches, Maximilian II (1527–1576), König von Böhmen und Fürst von Österreich, anlässlich dessen Krönung zum deutschen König in Frankfurt überreicht. Da es Brauch war, dass der Schenk den Pokal behielt, kam er nach Schwäbisch Hall, wo die Grafen zu Limpurg residierten.

Dort verwahrt wurde er ein klassischer Gegenstand einer sogenannten Kunstkammer, wie sie an den fürstlichen Höfen im Europa des 16. und 17. Jahrhunderts zu finden waren. Sie sollten Spiegel des Kosmos und des explodierenden Wissens der Welt sein. Deswegen gehörte zu ihren Sammlungen nahezu alles, was der Zeit wesentlich erschien: Gold und Silber, Bücher aller Wissensgebiete, astronomische Geräte, Prunkhumpen, technisch ausgefeilte Drechselarbeiten aus Elfenbein und vieles mehr. Auch in der Sammlung Würth zählt solche Kunst zu den besonderen Attraktionen.

Der Erbschenkenbecher der Sammlung Würth gilt als der einzige erhaltene Pokal, der nachweislich bei der Krönung eines Königs verwendet wurde. Er ist als solcher ein historisches Zeugnis von hohem Rang.