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Heiliger Christopherus, bärtiger Mann in blauem Gewand, nach vorne gebeugt, Tafelgemälde-Ausschnitt

Alte Meister
Highlights

Meister von Meßkirch, Falkensteiner Altar (Linker Standflügel), Der heilige Christophorus, Sammlung Würth, Inv. 15605/1, Foto: Volker Naumann, Schönaich

Hans Holbein d. J.
Madonna des Bürgermeisters
Jacob Meyer zum Hasen,
1525/26 und 1528

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Hans Holbein der Jüngere, Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen, 1525/26 und 1528, Sammlung Würth, Inv. 14910, Foto: Philipp Schönborn

Hans Holbein der Jüngere hat vor etwa 500 Jahren in Basel gelebt und gearbeitet. Er ist ein sehr wichtiger Künstler des 16. Jahrhunderts gewesen.
Die »Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen« ist heute auf der ganzen Welt bekannt.
Viele Menschen vergleichen das Bild mit der Sixtinischen Madonna von Raffael.
Holbein hat das Bild mit Unterbrechungen gemalt und immer wieder geändert. Das macht es für Untersuchungen von Fachleuten heute besonders interessant.

Oben auf dem Bild ist ein runder Bogen.
Maria steht mit Krone und dem Kind im Arm unter dem Bogen.
Sie ist Himmels-Königin und gleichzeitig auch eine so-genannte »Schutzmantel-Madonna«.
Ihr weit geöffneter Mantel schützt die knienden Menschen zu ihren Füßen.
Auf diesem Bild schützt Maria den Bürgermeister Jacob Meyer zum Hasen mit seiner Familie.

Das Bild wurde für die Sammlung Würth gekauft. Es ergänzt die Sammlung »Alte Meister« sehr gut.
Denn es gehört zu den schönsten Gemälden der Alten Meister auf der ganzen Welt.

Sehen Sie sich Details an

Hubert Gerhard
Madonna mit Kind, 1600/02

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Hubert Gerhard, Madonna mit Kind, 1600/1602, Sammlung Würth, Inv. 20911

Hubert Gerhard wurde zwischen 1540 und 1550 in ’s-Hertogenbosch (Niederlande) geboren.
Er starb um 1620 in München.
Er war ein niederländischer Künstler, der für seine Werke aus Bronze bekannt geworden ist. Wir sprechen von Barock im Zeitraum von 1600 bis 1750.
Die »Madonna mit Kind« entstand um 1600. Sie ist ein frühes Werk der Barock-Zeit.

Hubert Gerhard brachte das Material Bronze aus Italien nach Nord-Europa.
Wichtige Stationen waren für ihn Florenz und die Werkstatt von Giovanni da Bologna.
Das sieht man an seinen eleganten Figuren.
Die Figuren wirken lang und fein ausgearbeitet.
Seine Ideen waren neu für die Arbeit mit dem Material Bronze in Süd-Deutschland.
Er hat für die Familie Fugger in Augsburg gearbeitet,
ist Hof-Bildhauer in München gewesen und war auch in Innsbruck tätig.
Viele Reiche und Mächtige wollten Werke von ihm erstellen lassen. .
Kaiser Rudolf II wollte ihn an den Hof in Prag holen.
Hubert Gerhard aber ist in Süddeutschland geblieben.

Die Madonna auf der Mondsichel ist seit 2026 in der Johanniterkirche in Schwäbisch Hall.
Die Figur steht nun wieder nahe an dem Ort, wo sie erschaffen wurde.
Gerhard hatte die Figur ursprünglich für die Schloss-Kapelle der Residenz in Bad Mergentheim geschaffen. Der Bruder von Kaiser Rudolf II, Erzherzog Maximilian III von Österreich, lebte dort.
Er war der oberste Leiter des Deutschen Ordens, einer Ordensgemeinschaft, die dort ihren Sitz hatte.

Die Figur zeigt Maria mit dem Kind in Bronze gegossen.
Maria steht mit beiden Füßen auf der Mond-Sichel.
Auch ohne Krone wirkt sie wie die Herrscherin über alle Himmelskörper.
Das Jesus-Kind hat lockiges Haar wie Maria.
Es hält den Erdball in der linken Hand.
Es hebt die rechte Hand mit zwei Fingern zum Segen.
Die Mondsichel ist ein Sinnbild für Unruhe und Gefahr. Maria drückt die Mond-Sichel mit ihrem Gewicht nach unten.

Meister von Meßkirch
Falkensteiner Altar, 1530

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Der »Falkensteiner Altar« ist eigentlich ein Altaraufsatz aus mehreren bemalten Holz-Tafeln. Bemalte Holztafeln bezeichnet man auch als Retabel.
Darum wird der Altar auch Falkensteiner Retabel genannt.

Die Altar-Tafel in der Mitte zeigt die heilige Anna, die Mutter von Maria.
Die Bildtafeln rechts und links zeigen viele verschiedene Schutz-Heilige.

Der »Falkensteiner Altar« ist nach 1530 für die Burg Falkenstein entstanden.
Er ist für die Frei-Herren von Zimmern gewesen.
Er hatte Scharniere und die Seiten konnte man wie Fensterläden auf- und zuklappen.
An der breiteren Mitteltafel gab es links und rechts jeweils zwei Drehflügel. Schauen Sie sich weiter unten die Abbildung an. So waren die Tafeln ursprünglich angeordnet.
Die äußeren Tafeln waren fest mit dem Mittelteil verbunden.
An Feiertagen waren die Drehflügel geöffnet.
Sie bedeckten dann die starren Tafeln außen.
So konnten alle die Tafel in der Mitte sehen.
An normalen Tagen der Woche deckten die geschlossenen Dreh-Flügel die Tafel in der Mitte zu.

Im 19. Jahrhundert haben Fachleute das Retabel in seine Einzelteile zerlegt. Sie trennten die Vorder- und Rückseiten der Drehflügel voneinander.
Glücklicherweise sind mit sieben Tafeln die wichtigsten Teile noch erhalten.
Wir danken der Staatsgalerie Stuttgart für eine Dauer-Leihgabe: zwei Tafeln vom linken Drehflügel.
Die Staatsgalerie besitzt diese Tafeln seit dem Jahr 1929.

Einzelabbildungen der Tafeln


Erbschenkenpokal

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Der Erbschenkenpokal ist groß und kunstvoll aus Metall gearbeitet. Er besteht aus Deckel, Becher und Fuß. Ein Schenk hatte im Mittelalter die Aufgabe, sich um die Weinkeller des Großadels zu kümmern. Der Schenk selbst wurde oft in den Adelsstand gehoben und vererbte seinen Titel in seiner Familie weiter. So entwickelte sich nach dem Mittelalter die Rolle des Erbschenken.

Im Jahr 1562 war Christoph III zu Limpurg-Gaildorf Erbschenk bei der Krönung von Maximilian II zum deutschen König.
Als Erbschenk reichte Christoph III zu Limpurg-Gaildorf ihm bei der Krönung den Pokal.
Damals gab es einen festen Brauch.
Der Schenk behielt später den Pokal.
Darum kam der Pokal nach Schwäbisch Hall.
Dort wohnten die Grafen von Limpurg.
Man weiß sicher: Der Becher war bei der Königskrönung dabei. Er ist der einzige Becher dieser Art, der noch erhalten ist.
Darum ist er ein sehr wichtiges historisches Zeugnis.

Man bewahrte ihn in einer Kunstkammer auf.
Solche Kunstkammern gab es vor 400 Jahren an vielen Höfen von adeligen Familien in Europa.
Die Kunstkammern sollten die ganze Welt in klein zeigen.
Sie sollten auch das neue Wissen über die Welt zeigen.
In diesen Sammlungen fand sich fast alles, was damals wichtig war.
Zum Beispiel Gold und Silber.
Oder Bücher zu sehr vielen Wissensgebieten.
Oder astronomische Geräte zur Sternkunde.
Oder Prunk-Trinkkrüge, prächtig gearbeitete Trinkgefäße.
Oder sehr detaillierte Schnitzarbeiten aus Elfenbein.
Und noch viele andere Dinge.

Auch in der Sammlung Würth sind solche Kunstgegenstände sehr wichtig.
Sie gehören zu den besonderen Bestandteilen der Sammlung.